Chlamydien – häufige Fragen

Wie ansteckend sind Chlamydien?

Die Keime sind auf der ganzen Welt verbreitet und kommen sehr häufig vor. Ein einziges Mal ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person genügt bereits, um sich anzustecken.

Werden Chlamydien nur durch Geschlechtsverkehr übertragen?

In den meisten Fällen übertragen sich Chlamydien durch ungeschützten Sex von einer Person auf die andere. Die Sexualpraktik spielt dabei keine Rolle. Bedeutend seltener ist die Schmierinfektion, bei der es durch Augenreiben oder Wischen mit infizierter Wäsche zu einer Bindehautentzündung kommen kann. Dagegen ruft eine Umarmung oder Kuscheln keine Chlamydien-Infektion hervor.

Schätzungsweise 70 bis 80 Prozent der infizierten Mütter übertragen die Krankheitserreger während des Geburtsvorganges auf ihr Kind. Während des Durchtritts durch den Geburtskanal gelangen die Keime von der mütterlichen Schleimhaut auf das Baby. Die Folge ist zumeist eine schwere Bindehautentzündung.

Wie lange dauert eine Chlamydien-Behandlung?

Nach sieben bis zwölf Tagen konsequenter Antibiotika-Behandlung sind Betroffene die Chlamydien zumeist wieder los. Bei Langzeitinfekten kann es auch bis zu vier Wochen dauern.

Achtung! Die Medikamente heilen die Chlamydien-Infektion, nicht aber bereits bestehende Schäden, wie Eileiterverklebungen oder eine Entzündung der Prostata. Diese sind im Anschluss separat zu behandeln.

Können Chlamydien wiederkommen?

40015Sexuell übertragbare Chlamydien können sogar innerhalb kürzester Zeit wiederkommen, denn der Körper entwickelt dagegen keine Abwehrstoffe. Wer mit einem infizierten Partner Geschlechtsverkehr hat, kann sich anstecken, egal ob die vorausgegangene Therapie erst eine Woche oder schon viele Jahre zurück liegt.

Da eine Chlamydieninfektion häufig ohne Symptome verläuft, wird sie häufig erst sehr spät entdeckt. Daher ist es wichtig, dass beide Partner bei einer Infektion mit Chlamydien behandelt werden. Außerdem senkt ein Kondom generell das Infektionsrisiko sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken.

Wer führt den Chlamydien-Test durch? Gibt es Selbsttests?

Bei Verdacht ist für Frauen der Gynäkologe, für Männer der Urologe der jeweils richtige Facharzt. Dieser wird anhand verschiedener Untersuchungen und Labortests eine Infektion mit

Chlamydien sicher feststellen oder bestenfalls ausschließen. In Deutschland zahlen die gesetzlichen Krankenkassen flächendeckend für Frauen bis 25 Jahre jährlich eine entsprechende Untersuchung. Für Schwangere gibt es das sogenannte Chlamydien-Screening Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge. Für Männer existieren derartige Vorsorgeuntersuchungen bisher leider noch nicht, obwohl sie von der Infektion ebenso oft betroffen sind, wie Frauen.

Seit einigen Jahren bieten Apotheken und diverse Onlineshops für beide Geschlechter Chlamydien-Schnelltests für zu Hause an. Manche basieren auf einem Abstrich am Gebärmutterhals bzw. im Enddarm, andere funktionieren mit einer Urinprobe. Ein einzelner Test kostet etwa 20 Euro. Die Tests sind durchaus dazu geeignet, einen ersten Erkrankungsverdacht zu bestätigen. Doch selbst wenn er negativ ausfällt, sollten Personen mit Symptomen bzw. Beschwerden umgehend einen Arzt aufsuchen.

Ist eine Chlamydien-Infektion heilbar?

Wird die Infektion rechtzeitig entdeckt und sofort mit Antibiotika behandelt, heilt sie normalerweise ohne weitere Folgen vollständig aus. Bleibende Schäden, wie schwere Unterleibsentzündungen oder Unfruchtbarkeit entstehen beinahe ausschließlich bei zu spät oder gar nicht behandelten Chlamydien-Infektionen. Es lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht kaum vorhersagen, wann der Zeitpunkt „zu spät“ letztendlich eingetreten ist. Deshalb ist es äußerst wichtig, beim ersten Verdacht einer Ansteckung den Arzt aufzusuchen. Auch alle Partner aus den vergangenen drei Monaten, die mit der nachweislich infizierten Person sexuellen Kontakt hatten, sollten sich unbedingt prophylaktisch untersuchen lassen.

Bindehautentzündung durch Chlamydien – kann das sein?

Bindehautentzündung

Durch Geschlechtsverkehr übertragbare Chlamydien können auch eine Bindehautentzündung verursachen. Anzeichen hierfür sind Jucken, Brennen, massive Lichtempfindlichkeit und Tränenfluss. Zumeist wird die Augenentzündung durch verschmiertes Sperma oder Schleim verursacht (Schmiereninfektion). Auch ein schmutziges Handtuch oder verschmierte Wäsche kommen als Infektionsquellen infrage. Ob die Infektion durch Petting und anschließendes Reiben der Augen übertragbar ist, gilt bisher noch nicht als bewiesen. Die Bindehautentzündung bei Neugeborenen entsteht infolge einer Übertragung der Keime von der Mutter auf ihr Kind im Geburtskanal.

Können Chlamydien eine Harnröhrenentzündung hervorrufen?

Ja. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen können Chlamydien Auslöser einer Entzündung der Harnröhre sein. Auch die Symptome sind bei beiden Geschlechtern ähnlich:

  • Brennen und Jucken beim Urinieren
  • weißer bis grünlich gefärbter Ausfluss

Manchmal haben Frauen jedoch keine Symptome, sodass die Infektion lange Zeit unentdeckt bleibt und Komplikationen, wie Gebärmutterentzündung, Eileiterentzündung und schlimmstenfalls Unfruchtbarkeit zur Folge hat.

Chlamydien in der Schwangerschaft – was ist zu beachten?

Schwangerschaft PäarchenChlamydien stellen immer ein Risiko bezüglich einer Frühgeburt, massivem Untergewicht des Kindes oder einen vorzeitigen Blasensprung dar. Sofern sich das Baby während des Geburtsvorganges ansteckt, bekommt es zumeist eine eitrige Bindehautentzündung, Lungen- oder Mittelohrentzündung. Gerade die durch Chlamydien verursachte Lungenentzündung kann für das Kind lebensgefährlich sein. Deshalb raten Ärzte dringend zu einer Behandlung auch während der Schwangerschaft. Der Markt bietet einige Antibiotika, die sowohl werdende Mütter als auch ihre ungeborenen Kinder gut vertragen. Umfangreiche Studien beweisen, dass es für das Kind weitaus gefährlicher ist, nicht zu behandeln als eine ärztlich kontrollierte Antibiotika-Therapie zu starten.

Deutet gelblicher Ausfluss auf eine Chlamydien-Infektion hin?

Ist der Ausfluss nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner stärker als gewöhnlich, kann das durchaus auf eine Ansteckung hindeuten. Sofern sich die Gebärmutter infolge einer Chlamydien-Infektion entzündet hat, ist dafür oftmals vermehrter schleimig bis dünnflüssig, gelblicher Ausfluss ein entscheidendes Anzeichen.

Wie kann ich mich am besten vor einer Ansteckung mit Chlamydien schützen?

Wer konsequent ein Kondom benutzt, senkt das Ansteckungsrisiko deutlich. Dies gilt sowohl für den vaginalen Geschlechtsverkehr, als auch für orale und anale Sexpraktiken. Der sicherste Schutz ist jedoch die lebenslange Treue zweier gesunder Partner.